Krankengeschichte
Seit ihrer Schulzeit trägt Frau X. eine Brille. Im Alter von 78 Jahren hatte Frau X. sich entschlossen, die Sehstärke der alternden Augen nach neuen medizinischen Methoden aufzubessern. Die Augenoperation wurde am Anfang April 2003 durchgeführt. Es verlief alles wie geplant. Frau X. wurde nach wenigen Wochen aus dem stationären Aufenthalt entlassen. Nun konnte sie gut sehen und benötigte ihre Brille nicht mehr. Sie wohnte weiter in der Wohnung, die sie und ihr Ehemann gekauft hatten. Der Arzt hatte Frau X. verordnet, dass sie sich nicht nach vorne beugen darf, da sonst der Druck in den Kapillaren des Auges zu stark ansteigen würde und es zu Blutungen im Augenbereich kommen könnte. In ihrem häuslichen Umfeld achtete Frau X. auf den Rat des Arztes.
Eines Tages wurde Frau X. in einem kalten Krankenwagen wach. Sie war von Sanitätern umgeben und verstand vorerst nicht, was geschehen war. Mit dem Krankenwagen wurde Frau X. in die Kopfklinik in Heidelberg gebracht. Dort wurde folgende Diagnose festgestellt: Schwere Apoplexie mit schlaffer Hemiplegie. Es erfolgte eine Behandlung mit Antikoagulantien. Nach einigen Tagen erhielt Frau X. Besuch. Es war die Freundin, die Frau X. bewusstlos gefunden hatte. Sie erzählte Frau X., dass sie Frau X. unter ihrem Tisch liegend aufgefunden hatte und fragte wie dies passiert sei. Doch das konnte die Frau X. ihr auch nicht beantworten. Das letzte woran sich Frau X. erinnerte, war der Moment als sie am Tisch saß und ihr dann ein Teelöffel unter den Tisch fiel. Dann hatte sie nachgedacht wie sie den Löffel aufheben könnte ohne sich nach vorne zu beugen. Das nächste an was sich Frau X. erinnerte war das Aufwachen in einem Krankenwagen. Heute vermutet Sie , dass sie unter den Tisch geklettert ist und so den hohen Druck im Kopf ausgelöst hat. Frau X. verbindet den Apoplex mit der Augenoperation, denn früher konnte sie sich frei bewegen und es passierte nichts. Gegenüber Frau X. äußerten die Ärzte keine Ursachen für den Apoplex. Doch Frau X. kann keinen anderen Grund finden, denn sie hatte früher keinen Bluthochdruck oder andere Risikofaktoren für den Apoplex.
Nach der Therapie im Krankenhaus wurde Frau X. in das Pflegeheim in Bad Schönborn entlassen. Der Sohn übernahm die Organisation und half seiner Mutter. Nach zwei Wochen besuchte der Sohn sie wieder. Er konnte es nicht ertragen, sie dort zu sehen und organisierte eine pflegerische Betreuung über einen ambulanten Pflegedienst. Zusätzlich stellte er eine ausländische Hilfskraft als Tagesbetreuung ein. Er brachte Frau X. nach Hause zurück, wo sie bis heute verbleibt. Zwei Jahre später, verschlechterten sich ihre Augen wieder und die Brille wurde wieder erforderlich.