» Chronische Herzinsuffizienz - Fallbeispiel

Fallbeispiel -
chronische Herzinsuffizienz

Situationsbericht Hr. Liebegern

Herr Liebegern ist 84 Jahre alt. Er ist verwitwet und lebt alleine in einem Vorort von Köln. Aus der Ehe hat er eine Tochter die in Köln wohnt. Über seine Finanzen muss er sich keine Sorgen machen, da er als Bürgermeister in seiner Stadt tätig war und gut für sein alter vorgesorgt hat.

Herr Liebegern arbeitete sehr gerne als Bürgermeister. Er genoss es Anerkennung zu erhalten. Tagsüber sieht er gern Fern und liest Bücher. Immer wieder kommen alte Freunde aus der Jugendzeit zu ihm, um gemeinsam über die alte Zeit zu reden und ein Bier zu trinken. Er geht überwiegend zum Einkaufen oder Rauchen aus dem Haus, sonst verbringt Herr Liebegern die Zeit zuhause.

Herr Liebegern weiß, dass er mit dem Rauchen aufhören muss. Der Hausarzt hat ihr mehrmals hingewiesen, dass das Rauchen und seine manifestierte Hypertonie eine große Schädigung an den Gefäßen verursacht und damit die Gefahr für eine Gefäßerkrankung steigt. Doch Herr Liebegern macht sich darüber keine Sorgen, weil er ja sowieso alt ist und auch bereit ist zum sterben.

In den letzten Tagen verspürt Herr Liebegern eine zunehmende Atemnot. Als die Atemnot stieg und er immer mehr Todesangst verspürte zu ersticken, begab er sich mit einem Taxi in die Uniklinik Köln.

Bei der Aufnahme wurde ein EKG durchgerührt, welches Herzrhythmusstörungen bestätigte. Nach dem Röntgen wurden pulmonale Stauungzeichen und eine Herzvergrößerung festgestellt. Mit dem blutigen, schaumigen Sputum war dies ein Indiz für eine chronische Linksherzinsuffizienz mit einem Auftretenden Lungenödem. Herr Liebegern wurde auf eine internistische Station eingewiesen. Als Medikation erhielt er Diuretika, Digitalis-Präparate, Antiarrhythmika, Calciumantagonisten und ACE-Hemmer. Weiterhin wurde eine Verweilkanüle gelegt, um bei Bedarf Medikamente und Infusion schnell anhängen zu können.

Herr Liebegern ist sehr aufgeregt diesen Morgen, weil er immer noch nicht verstehen kann, weshalb es gerade ihn getroffen hat. Auf Wusch von Herr Liebegern wurde ihm ein DK gelegt, da er nicht schnell genug zu Toilette kommt, die sich auf der anderen Seite des Flurs befindet und er in der Nachtruhe durch seinen Harndrang nicht gestört werden will. Er hat ständig durst, weil er ihm die verordneten 1,5 Liter nicht reichen. Zunehmend klagt Herr Liebegern über Appetitlosigkeit und Obstipation, da er sich nicht viel bewegt und nur wenig trinkt. Auch weiterhin darf sich Herr Liebegern nicht überanstrengen.

Die heutige Vitalzeichenkontrolle ergab:

Blutdruck: 160 / 95 mmHg

Temperatur: 38,4 C

Puls: 85