» Basale Stimulation in der Krankenpflege

Die Basale Stimulation

(geschützer Name)

              in der Krankenpflege

 

Die Basale Stimulation ist ein Prinzip der individuellen Entwicklungsförderung.Über sorgfälltig, auf den Patienten abgestimmte sensorische Anregung kann die Körperselbstwahrnehmung wieder aktiviert werden.Die Erfahrung des eigenen Körpers wird das Körper -Ich stabilisiert  und Eigenaktivität angeregt. Unansprechbarkeit und Bewußtlosigkeit sind nicht als Hindernis für eine Interaktion von Pflegendn und Patient anzusehen. 

Basale Stimulation nimmt Beziehung zum Patient auf. Es werden somatische , vestibuläre und vibratorische Anregungen gegeben, hinzu können dann orale, auditive und visuelle Angebote kommen. Sie sollen dem Patienten helfen, ein elementares Selbstbild, eine elementare Raum-Zeit-Orientierung aufzubauen und Beziehung zu seiner Umwelt aufzunehmen.

Als Grundgedanke der Basalen Stimulation gil, über den Körper eine ganzheitliche Vermittlung von Erfahrung und Eindrücken in Gang zu setzen. Hierzu gehören Wahrnehmungsmöglichkeiten über die Haut, über Änderungen der Körperposition, über Geruch, Geschmack etc. Das Individium kann nur durch seine Wahrnehmung, durch sensorische Information in Bezug zu seiner Umwelt treten. Die Welt existiert durch die sensorische Aufnahme und Verarbeitung durch den Einzelnen. Ein Mangel an diesen Reizen hat katastrophale Auswirkungen auf die Gesamtsituation und Rehabilitation des Patienten. Verwirrtheitszustände, Halluzinationen und Verkennungen, Vigianzverlust mit Rückgang der intellekzuellen Fähigkeiten, sogar andauernde Bewußtlosigkeit können die Folge sein.

Das primäre  Ich des Menschen ist ein Körper-Ich. Dieses Körpe-Ich hat auch Bestand, wenn wir in folge von wahrnehmungsstörungen ( Schlaganfall mit Hemiparesen,-Plgien, Desorientiertheit, Bewußtlosigkeit, Koma ) nicht mehr an die Person heranzukommen scheinen.

Es geht aber nicht darum einen behinderten oder schwer erkrankten Menschen "Reize zuzuführen". Viel wichtiger ist der beziehungsaspekt, die Aufnahme oder Wiederaufnahme von Kontakten auf einer Ebene, die wir al basal bezeichnen. Der Austausch von Körper zu Körper ist dabei die intensivste Form der Kommunikation. Gerade der Pflegende, die sich in weiten Teilen ihrer Arbeit mit dem Körper iherer Patienten  befassen, bietet sich eine Chance, über Pflegeverrichtungen hinaus zu einem pfleglichen Umgang mit einem anderen Menschen zu gelangen.

Eine Aktivierung durch individuell angepaßte Stimulation führt zu einer Steigerung der Gesamtvitalität und zu einer Bereitschaft, aus Zuständen tiefster Reduktion herauszugehen. Patienten befürfen dazu einer intensiven zugewandten Unterstützung, die insbesondere eine negative Bereizungssituation vermeidet.

Die Basale Stimulation bedient sich des Körpers des Pat. , und versucht über das Zusammenspiel von Bewegung und Wahrnehmung in Kommunikation zu treten. Es ergeben sich neue Zugangswege zu Pat., mit denen uns fast nichts mehr verband.

Die Basale Stimulation setzt sich daher mit folgenden Fragestellungen auseinander:

-Wie gestaltet sich die Wahrnehmungssituation des Betroffenen? Welche Defizite, welche biographischen Neigungen und Gewohnheiten liegen vor?

-Welche Wahrnehmungsmuster aus der unmittelbaren Umgebung wirken auf den Betroffenen ein? Von welcher Qualität sind sie?

-Welche Wechselwirkung besteht zwischen dem wahrnehmungsgestörten Pat. und seiner spezifischen Umgebung?

-Wie kann das Wahrnehmungsfeld des Pat, sowohl mein eigenes Handeln als auch die räumliche Umgebung, so beeinflußt oder gestaltet werden, das der Pat. einen fördernde Situation vorfindet?

Daraus können folgende Überlegungen resultieren:

-Das Bild des eigenen Körpers (Körperintegrität) anbahnen bzw wieder herstellen.

-Auf basaler Ebene, nicht nur auf verbaler, einen Dialog zwischen Pat. und Plegendem herstellen.

-Situationen und Handlungen vermeiden, die ein Abwehrverhalten auf Wahrnehmungsebene hervorrufen.

Mit dem Konzept der Basalen Stimulation in der Pflege soll dem Betroffenen eine wichtige, unter Umständen verlorengegangene Stimulationsmäglichkeitund damit ein Orientierungsrahmen gegeben werden, in dem dieser im unmittelbaren Dialog mit seiner Umgebung seine physisch/ psychischen Kompetenzen wiedererlangen kann. Es stellt somit eine wichtige Ergänzung des therapeutischen Angebotes dar.

Dies wird innerhalb der Pflege nicht durch zusätzliche therapeutische Einzel-Leistungen erreicht. Es soll vielmehr das Umfeld und die pflegerischen Aktivitäten zwischen Pat. und Pflegenden so modifiziert werden, daß der Betroffene positiv angeregt wird. Pflegerische Handlungsfelder sind dabei die Arbeit am Körperschema, am Gleichgewichtssinn bzw der Orientierung im Raum, vibratorische Einflüsse sowie oralmotorische und geschmackliche Stimulation, Anregung über das Riechen, das Hören und Sehen sowie über die Wahrnehmung der Haut.

Besonders interessante Anwendung findet das Konzept bei Pat. mit Desorientiertheit, Bewußtseinsstörungen und Bewußtlosigkeit, apallischen Pat. aber auch bei Pat. mit Lähmungen.

Das Ziel basal stimulierender Pflege:

Das Ziel der Basalen Stimulation in der Pflege ist die Begleitung und Förderung in der Fähigkeit zu Wahrnehmung, Kommunikation und Bewegung.

Gehen Sie davon aus, Wahrnehmung ist subjektiv, siekann sich verändern und das Erleben der Einzelnen Person ist von der Wahrnehmung abhängig. Sie können nicht davon ausgehen, dass ein Mensch nach schwerer Krankheit sich und seine Umwelt genauso wahrnimmt. Lebensbedeutende Veränderungen über Krankhei beeinträchtigen jeden Menschen in seiner Wahrnehmung.

-ein Mangel an Bewegung

-Sedierung

-kaum oder nur eingeschränkte Kommunikation

-eine fremde reizarme oder eine fremde und reizüberflutende Umgebung verursachen häufig

-Motivationslosigkeit

-Orientierungsstörung

-psychosozialen Rückzug

Herkömmliche Pflege, oder auch intensivste Pflege über technisierte Intensivwelt scheind dür diese Patienten bedeutungslos zu sein. Menschen in solchen Situationen sind darauf angewiesen, besondere Bedingungen und Qualitäten erfahren zu können. Sie benötigen im Pflegeprozess ein gemeinsames Lernen mit der zuständigen Pflegekraft.

Das Ziel der basal stimulierenden Pflege ist dem zur Folge:

-ein Wahrnehmen beider Personen (Patient und Pflegekraft)

-ein wechselseitiges Lernen im Pflegeprozess

-ein rücksichtsvolles Handeln mit dem Blick auf die Reaktion und Aktivität des Patienten