Herzinfarkt
Mangeldurchblutung eines Muskelareals im Herzgewebe durch Verstopfung der koronaren Gefäße, wodurch es zum Gewebsuntergang des Herzmuskelgewebes kommt.
Häufigkeit: 13 % aller Männer und 8 % aller Frauen sterben daran.
Pathogenese
Aufgrund Thrombusbildung oder atherosklerotischen Gefäßveränderungen kommt es zur Mangeldurchblutung des distalen Abschnitts ab dem das Gefäß verschlossen ist. Nach 3-6 Stunden tritt eine irreversible Nekrose auf.
Ursache
Aufbrechen einer ulzerösen atherosklerotischen Plaque und Bildung eines Gefäßverschließenden Thrombus.
Symptome
- retrosternale Schmerzen
- Engegefühl
- Todesangst
- Blutdruckabfall
- Unruhe
- Bei 20 % der Patienten treten keine Schmerzen auf: Stummer Herzinfarkt. Oft bei Diabetikern
- In 60 % der Fälle sind Angina pectoris Anfälle ein Vorstadium.
- anhaltender Brustschmerz
- Übelkeit, Erbrechen
- Blasse, faul-graue Gesichtsfarbe, kalter Schweiß
- Dyspnoe
- Kreislaufzusammenbruch
- Tachykardie
- Kammerflimmern
- Tachypnoe
- Dyspnoe
- Othopnoe
- Rasselgeräusch
- 3. Herzton
Diagnose
- Anamnese
- Typisches Infarkt EKG (80%)
- Typische klinische Symptome
- Typische Herzmuskelenzymerhöhungen im Blut / Labordiagnostik(CK-MB > 6 – 10 %, Troponin T & I positiv, ASAT, LDH)
- Echokardiografie
- Röntgen
Differenzial Diagnose
- Akute Aortendiscretion
- Magen-Darm-Ulzera
- Ösophagus-Spasmus
- Lungenembolie
- Interkostalneuralgie
Komplikationen
- Herzrhythmusstörungen: In 80% der Fälle treten Herzrhythmusstörungen auf. Davon kommt es bei 10% zu Kammerflimmern und zum sofortigem Tod
- Linksherzinsuffizienz: Der übrig gebliebene Muskelanteil muss jetzt mehr arbeit verrichten. -> Lungenstauung oder Lungenödem
- Kardiogener-Schock: aufgrund des Pumpversagens des Herzens kommt es zur Mangeldurchblutung in den Organen.
- Herzwandaneurysma: die platzen und eine weitere Trombenbildung begünstigen.
- Re-Infarkt: in 33% der Fälle kommt es zum Re-Infarkt.
Therapie
- Analgesie mit Morphin
- i.v./s.c. Heparin
- i.v. ASS
- evtl. Kateholamine
- O2- Gabe
Sofortmaßnahmen
- Bei Anzeichen eines Kardiogenen Schocks => Oberkörper hoch
- Sedierung
- O2- Gabe
- Nitroinfusion unter Blutdruckkontrolle
- Betablocker (Prophylaxe der Herzrhythmusstörungen)
- Morphin (Schmerzbeseitigung)
Medikamentöse Langzeittherapie
- Acetylsalicylsäure
- Betablocker
- ACE-Hemmer
- Vitamin E
- Antikoagulation
- Diuretika
- Nitrate
- Antiarrhythmika
- Cholesterinsynthesehemmer
Prognose
In den ersten 24 Stunden versterben 30%, danach weitere 10-20%.