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Dekubitusprophylaxe

Die Dekubitusprophylaxe ist eine Hilfe um einen Dekubitus vorzubeigen. Grundlegende Maßnahmen stellen sicher, dass Patienten keine weiteren gesundheitlichen Schaden von ihrem Krankenhausaufenthalt davontragen.

Ein Dekubitus ist eine Schlecht und langsam heilende Wunde infolge einer Minderdurchblutung der Haut bei fehlender Druckentlastung (kompressiv- ischämische- Hautläsion). Der Dekubitus ist keine eigene Krankheit, sondern die Folge einer Immobilität.

Gradeinteilung

Grad I

Lokale Rötung ohne Hautläsion

Grad II

Oberflächenschädigung der Haut

Grad III

nekrotisierende Schädigung aller Hautschichten

Grad IV

nekrotisierende tiefe Hautschädigung, die bis auf die Knochen reicht.

 

Fördernde Faktoren

Druck

  • Von außen: durch Falten im Bettlacken; ungepolsterte Lagerungsschiene, Krümel im Bett, Katheter und Sonden

  • Von innen: durch Knochen die ohne Polsterung direkt auf Knochen liegen.

Dauer

  • Bei anhaltender Belastung kommt es zur Ischämie und somit zum Sauerstoffmangel. Wird die Ischämie nicht behoben kommt es zum Gewebetod (Nekrose).

Disposition

Faktoren die die Entstehung des Dekubitus beeinflussen.

  • Fieber: Durch den Schweiß kommt es zur Austrocknung der Haut und zu einem erhöhten Sauerstoffverbrauch.

  • Feuchtigkeit: Feuchte Haut mazeriert und ist dadurch anfälliger.

  • Inkontinenz: Saurer Urin belastet Haut.

  • Adipositas: stärkerer Schweiß

  • Scherkräfte: Verschiebungen im Unterhautfettgewebe.

  • Durchblutungsstörungen der Haut: z.B.: Anämie oder Herzinsuffizienz

  • Mangelnde Bewegung ( Immobilität )

  • Verminderte Schmerzempfindung

  • Abwehrschwäche

  • Reduzierter Allgemeinzustand

Gefährdete Körperstellen

Dort wo sich zwischen Haut und darunter liegenden Knochen keine bzw. nur wenige Muskulatur und Fettgewebe befindet.

Rückenlage: Kreuz- und Steißbein, Fersen, Schultern, Hinterkopf, Wirbelsäule

Seitenlage: Ohrmuschel, Trochanter major, Knie, Ellenbogen, Fußknöchel

Sitzposition: Fersen, Fußballen Hinterkopf, Sitzbeinhöcker, Wirbelsäule, distale Seite des OS.

Bauchlage: Stirn, Ellenbogen, Beckenknochen, Rippen, Kniescheibe, Zehen.

Kriterien für die Einschätzung des Dekubitusrisikos

Nortonskala

  • Körperlicher und geistiger Zustand

  • Inkontinenz

  • Aktivität

  • Beweglichkeit

  • Bewusstseinslage

  • Kooperation Motivation

  • Alter

  • Hautzustand

  • Zusätzliche Erkrankungen

Braden Skala

  • Sensorisches Empfindungsvermögen

  • Feuchtigkeit

  • Aktivität

  • Mobilität

  • Ernährung

  • Reibung u. Scherkräfte

Die Braden Skala bezieht sich auf die Risikofaktoren des Dekubitus. Dadurch kann man schnell das Risiko für einen Dekubitus ersehen.

Maßnahmen

  • Mobilisation

  • Lagerungswechsel

  • Verwendung von Lagerungshilfsmittel

  • Hautpflege, Ernährung und Flüssigkeitszufuhr

  • Reibungs- und Scherkräfte vermeiden

Hautbeobachtung

Die regelmäßige Hautbeobachtung ist Voraussetzung für alle weiteren Maßnahmen der Dekubitusprophylaxe.

Wirkung der Mobilisation

Durch die Bewegung des Körpers werden die vom Druck belasteten Gebiete der Haut entlastet und somit eine bessere Durchblutung der Kapillaren garantiert.

Zu beachten bei der Anwendung:

  • Patienten nicht zu lange sitzen lassen, da sonst ein Dekubitus am Vorsprung der Sitzbeinhöcker entsteht.

  • Beim Bewegen die Scherkräfte vermeiden.

Wirkung des Lagenwechsels

Durch das wechseln der Lage entsteht eine Druckentlastung der gefährdeten Hautbezirke.

Zu beachten bei der Anwendung:

  • Patient nicht länger als 2 Stunden auf der Seite liegen lassen

  • Bei der Lagerung überprüfen ob der Patient auf dem Trochanter major oder auf dem Schultergelenk liegt.

  • Keine Weich- oder Superweichmatratzen, weil die Selbstwahrnehmung verloren geht und die Spontanbewegung gehemmt wird.

Wirkung der Lagerungshilfsmittel

Die Lagerungshilfsmittel werden verwendet um den Druck auf die gefährdeten Bereiche zu senken, indem man z.B.: die Fersen höher lagert. Eine andere Wirkung haben die Hilfsmittel, wenn man sie dazu verwendet die Patienten in der Lagerungsposition zu fixieren.

Zu beachten bei der Anwendung:

  • Die Fersen dürfen nicht zu hoch gelagert werden, da sonst die Gefahr eines Spitzfußes besteht.

Wirkung der Hautpflege, Ernährung und Flüssigkeitszufuhr

Die Hautpflege versetzt die Haut in ihren physiologischen Zustand. Die Anfälligkeit auf Urin sinkt und die Toleranz gegenüber dem Druck steigt. Eine ausgewogene Ernährung ist für die Haut sehr wichtig, da enthaltene Vitamine die Haut stärken und die Flüssigkeitszufuhr den Hautturgor.

  • Genügend Wasser bereitstellen / zu trinken anbieten

Inhalt einer Schulung für Patienten laut Nationalem Expertenstandard

  • Regelmäßiges Umlagern

  • Ausreichende Hautpflege

  • Ausgewogene Ernährung

  • Bewegungsförderung

  • Reibungs- und Scherkräfte vermeiden